Der Kampf der Tumlers

Ein siegreicher Tumler


Oldstars Dornbirn - Prospects Dornbirn 75:61 (20:23, 15:11, 28:14, 12:13)

Ein nicht alltägliches Ereignis war für den 07.02.2012 angesagt. Nein, es war nicht die Pressekonferenz von Merksozy, auch nicht die Bekanntgabe der neuen Steuern in Österreich oder gar die Freigabe der Spielberechtigung von Charles Corbin. Es war viel bedeutender: Erstmals in der Vorarlberger Basketballgeschichte gab es ein Spiel Vater gegen Sohn. Halt, das hatten wir doch schon mehrmals. Das ist schon richtig, aber nicht gegen deren zwei. Damit sich diese nicht einsam fühlen, war auch noch eine weibliche Bewacherin mit gleichem Namen vor Ort anwesend. Und so begann das Spiel. Draußen war es eisig
kalt, drinnen auch nicht gerade warm, als als Erster der Kuli beim Spielereintrag seinen Dienst aufgab. Ersatz wurde schnell gefunden und so konnte das unter dem Motto stehende Spiel „Revance ohne Chance" angeworfen werden. Am Beginn dominierten die Fehlwürfe oder war es die beiderseitige gute Defense? Wenn man heute fragen würde, dann wüssten es die Jungen nicht mehr und die Alten haben es schlichtweg vergessen. Die ersten Punkte waren dann auf Seiten der Prospects, die zuerst zu ihrem passing-game mit abschließend freiem Wurf fanden. Und da sie auch inside recht präsent waren, war die rasch heraus gespielte Führung von 15:6 nicht verwunderlich. Gut für die Oldstars war, dass sie den Score auf der Anzeigetafel auf Grund bereits fehlender Dioptrien nicht richtig erkennen konnten und daher auch nicht nervös wurden. Nervös werden sie sowieso nie, mit Ausnahme eines Spielers, der wusste, dass eine mögliche Verlängerung mit einer ziemlichen Schweinerei enden könnte. Nicht was alle denken, sondern in Kenntnis der arktischen Temperaturen und dem Wissen einer im Auto ungeschützt gelagerten Bierkiste, deren Inhalt bei Gefrierungserscheinungen sich unweigerlich ausdehnen würde. Aber dazu später. Knapp vor dem ersten Viertelpäuschen fühlten sich die Prospekten recht sicher und kassierten in der letzten Minute noch ein paar leichte Punkte der Konditionsstarken. Das Spiel hatte bis dahin zwei Gesichter. Die Prospects trafen von draußen, die Oldstars von drinnen. Bei den Prospects trafen die, von denen man es erwartet hatte, während bei den Oldstars die verwarfen, von denen man es auch nicht unbedingt erwartet hatte. Und so begann das 2. Viertel, welches auch von einem Blitzstart gekennzeichnet war. Nach nur 2 Minuten war die Führung der Jungen eine zweistellige. Dann kämpften sich die Oldies unter Führung des ältesten Tumlers, der dabei seine 7 Jahre alten Schuhe zerriss, immer näher heran und krönten deren Mut, sich in den letzten 15 Jahren jeder Niederlage gestellt zu haben, mit der erstmaligen Führung, welche die Pause nur kurz unterbrach. Angst oder besser gesagt Respekt vor einem möglichen Fehlstart im zweiten Abschnitt verleiteten die Oldies zu der Höchstleistung dieses Jahres, dessen Toppung vermutlich nicht mehr möglich sein wird. Obwohl sich die Prospects am Anfang noch mit 2 getroffenen 3er (von der Familie Tumler) noch einmal aufzappelten, war es bereits um sie geschehen. Ein 28:14 in diesem Abschnitt, läutete deren Untergang bereits ein. Im letzten Viertel kam dann bei den Oldstars noch ein wenig Angst auf. Angst vor dem Verlieren, Angst vor einer Erkältung, Angst vor dem Platzen der im Auto befindlichen Biere oder schlichtweg Angst vor dem Versagen. Angst kann vielfältig sein und von Frauen anders gesehen werden als von Männern. Aber diesmal war sie für die roten Recken unbegründet. Das Spiel wurde gewonnen, verkühlt hat sich keiner, das Bier war am Leben, zwar saukalt, aber am Leben.

Und so taucht abschließend noch die Frage auf, welcher Tumler eigentlich als Sieger vom Platz gehen durfte. Florian mit den vielen 3ern, Simon als Highscorer oder Karlheinz aus dem Siegerteam mit den zukünftig neuen Schuhen? Oder gar die Gattin, die an diesem Abend nur zufriedene Männer zu Hause empfangen durfte?

Für die Oldstars warfen Groß 18, März 16, Maier 9, Tumler 9, Jochum 5, Brunnhofer 4, Novkovic 4, Zumtobel 4, Klocker 4, Schöpf 2

Währende bei den Prospects trafen Tumler S 18, Tumler F 16 (4x3), Kozina 12, Story 9, Ladstädter 3, Orun 3.



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