Die Zeit heilt Wunden oder Wunder bringt die Zeit?

Oldstars Dornbirn - BCO Bludenz
71:58 (11:11, 30:20, 47:35)

 

4736 Punkte mussten sie über sich ergehen lassen, mehr als 1001 Nächte, davon etliche neben dem gleichen (Zauber)Wesen, vergingen, ehe der Tag der Tage kam. Aber für diesen Tag benötigte man, neben jeweils einem kompetenten Schreiber und Zeitnehmer, auch einen mitspielenden Gast. Waren vor 1455 Tagen noch die Nachwuchsjungs von Coach John Dickelman die letzten Opfer der alten Löwen, so waren diesmal die Vertreter aus Fohrenburg-City dran. Und wie sie dran waren. Zu 10. präsentierten sich die Oldstars beim gemeinsamen Aufwärmen in ihren feschen roten Uniformen. Experten erkannten fließende Lay-ups mit Zug zum Korb, während die zum Glück nicht vorhandenen fremden Zuschauer eher einen Haufen durcheinanderlaufender Bewegungstherapierter vermutet hätten. Doch diese Therapie half.

 

Während sich im ersten Viertel beide Teams in der Dichte und Konsistenz der Betonzone versuchten zu überbieten, war ein gemeinsames 11:11 nach zehn Minuten ein gerechtes Ergebnis. Scoring war Nebensache, Defense gewinnt nämlich Meistertitel, ist schon seit 30 Jahren der Satz, der den Oldstars zu den Ohren hinaushängt. Und das wussten die älteren Löwen. Während die BCOler im 2. Viertel unachtsam waren und für knappe zwei Minuten die Altlöwen aus dem Käfig ließen, strafte sie in dieser Phase der Steirer Michi mit einem Run, der in diesem Alter seines Gleichen sucht. Offensiv lief, wie gesagt der Michael und defensiv blieb die Löwenzone das, was sie immer schon war. Behäbig, beinahe angewurzelt und mit fairen Mitteln nicht durchdringbar. Und so endete das 2. Viertel mit 19:9 recht eindeutig. Die Oberländer versuchten dann die Altlöwen mit den letzten Tricks aus der Reserve zu locken. Die Verteidigungsart wurde umgestellt, die Stimmen wurden lauter und ein wenig unfreundlicher. Die grauen Löwen erschreckten sich und passten nicht auf, sondern ins Leere. Daraus zogen sie dann die Lehre, dass auch nach 1455 sieglosen Tagen ein Sieg erst mit dem Schlusspfiff vollendet ist. Unabhängig davon beherrschten sie nach wie vor die Bretter, die die Welt bedeuten, gewannen das 3. Viertel souverän mit 17:15 und brachten ohne die letzten Kräfte zu vergeuden im letzten Viertel mit 14:13 den Sieg staubtrocken nach Hause. Trocken blieb es dann nicht mehr länger. Erstmals mit je einer Kiste Weiß- und Merzen-Bier ging vorerst in der Halle das Licht aus, bevor noch mit leicht lallendem Stimmfall die Holden zu Hause vom überragenden Spiel informiert wurde. Komischerweise war deren Freude eine Getrübte.

 

Für den Duft des Sieges zeigten verantwortlich: Michael mit 17 Zählern, Bernhard from Spain 13, Markus 12, Kylehines 7, Reinhard 5, Präse-Bernhard 4, Stefan vom Knie 4, Wolfgang 4, Milan 3, Gernot 2 (50% Wurfquote).



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