Final-4 und warum nicht jede Niederlage schmerzt (11.5.09)

Bericht von Fredi Bechter auf der ÖBV-Seite

Bericht auf der Homepage der Gmunden Swans

Bericht von der Homepage des BBC Steyr

 

Nach dem altersbedingten Ausstieg des 92er Jahrgangs vor 3 Jahren begann für den Verein eine kleine Durststrecke bei den U 14. Die 93er schafften knapp den Einstieg in die Elitetruppe nicht, während die 94er im letzten Jahr primär noch als Kanonfutter für die Großen verwendet wurden. Heuer erreichte der 95er Jahrgang zwar relativ leicht die Hauptrunde, jedoch alles andere wurde schon als Fleißaufgabe gesehen. So glaubte man auf jedem Fall im November 2008.

 

Dass alles anders kommen könnte, erhofften die Kühnsten der Optimisten jedoch nach dem ersten Hauptrundenwochenende, wo man zwar gegen die Piraten mehrfach geentert und gekentert wurde, jedoch einem anderen Mitfavoriten die Schwanfedern kürzte. In der nächsten Runde wurde man in Dornbirn zum Bärentöter und erlegte sowohl Wölfe als auch Welser recht locker. Dann waren die Löwen aus Traiskirchen dran, ehe mit Baden und Kapfenberg zwei eher leichtere Gegner uns ordentlich das Fürchten lehrten. Und nach dem abschließenden Sieg gegen die Baskets aus Vienna war vorerst einmal der Schnauzer des Co`s Geschichte. Man war nun bei den „Finalen Vieren" mit dabei und das sogar in der heimeligen Halle Haselstauden.

 

LZ Vorarlberg - Wörthersee Piraten 72:65 (18:17, 31:35, 52:47)

Die einen kamen frisch vom Zug und ein Teil der anderen entstieg gesäubert aus dem Tschakuse. Und so entwickelte sich ein Spiel mit 2 Gesichtern. Vorarlberg legte im ersten Viertel immer wieder vor, konnte aber dem Wörthersee nicht genügend Wasser abgraben. Die Wurfauswahl der Lions war in dieser Phase alles andere als optimal und sogar die sonst butterweichen Bretter erwiesen sich als knüppelhart. Gott sei Dank waren die Kärntner auch im ersten Viertel ein wenig lethargisch unterwegs, sodass die Glücksgöttin nicht wusste auf welche Bank sie sich niederlassen sollte. Das zweite Viertel, üblicherweise ein besseres der Lions, erwies sich beinahe als Sargnagel. Man fand noch nicht den richtigen Weg und die richtige Einstellung zum Spiel. Ein Teil der Devise „play hard, play smart, have fun" wurde gegen den Topscorer der Liga bravourös umgesetzt, während die smarte Spielweise erst in der 2. Halbzeit Eingang ins Lions Spiel fand. Daher war es unumgänglich, dass gleich mit einem Minirun Anfang 3. Viertel der Grundstein für den Finaleinzug gelegt wurde. Allerdings wurden die Piraten ihrem Namen gerecht und torpedierten 4 Minuten vor Schluss noch einmal kurz den Löwenkäfig.  Ein Löwe gibt jedoch die einmal gefasste Beute nicht mehr her und so folgte dem 58:59 ein Blitzrun in Form eines 14:6. Erstmals waren die Vorarlberger in einem U 14 Finale.

 

Bei diesem Spiel möchte ich mich bei 2 Nichtanwesenden recht herzlich bedanken. Ivan Derman und Stephen Ball haben in der 2. Halbzeit ihre in der Haselstauder Halle sich angeeigneten Freiwurffertigkeiten, mittels Gedankenfernübertragung, nahtlos an 2 Nachfolger weitergegeben. Mögen diese zukünftig die Bälle von der Freuwurflinie wieder auf dem normalen Wege verabschieden.

 

Simon 23, Luka 16, Nick 14, Harald 9, Manuel 6, Valentin 2, Ali 2

 

 

Muttersonntag und Finaltag. Ob das gut geht und die Mütter akzeptieren, dass ihre Stammhalter den Tag ihrer Ehrung in der Turnhalle verbringen? Es ging gut und sie waren dabei. Und wie sie hinter ihren Söhnen gestanden sind. Trotz Niederlage war der Trost und die Unterstützung um ein vielfach größeres als nach einer verpatzten Schularbeit. Ja, ja Eltern könnten so fein sein, wenn sie nur...

 

10 50 Uhr: Vorlesen der Spielernamen und Präsentation vor heimischem Publikum. Erstmals wird den Worten eines Lehrers genau gefolgt.

10 59 Uhr: letztes Mut zusprechen.

11 00 Uhr: Tipp off.

11 01 Uhr: Führung der Lions, erzwungen durch einen Steal von Luka Kevric. Vater Kevric spürt den Schmerz vom freitäglich strapazierten Fuß nicht mehr.

 

Die Lions hatten den süßen Geruch des österreichischen Meistertitels erstmals gerochen und ließen sich von diesem Duft betören (oder „anturnen") wie einst Odysseus vom Gesang der Sirenen. Von nun an flogen die Bälle von unsichtbaren Swänenflügeln geleitet in den schlecht beschützten Löwenkäfig. Trotz angelegter Leine führte der Gmundner Guard seine Mitspieler auf gute Wurfpositionen und diese taten das, was man im Finale tun soll, sie trafen. Ein paar leichte Punkte durch Gegenstöße, ein paar gut getimte 3er und schon war man nach dem ersten Viertel auf -12 und das obwohl man selbst 19 Punkte gescort hatte. Die nächste Spielperiode hielt man ein wenig offener, war jedoch zur Pause durch ein 40:55 mehr als leicht ins Hintertreffen geraten. Dass ein -15 aufzuholen wäre, wusste man selbst aus der leidvollen Erfahrung der „großen Lions" und sogar ein Europacupsieger hatte vor kurzem beinahe schon einmal die gleichen Gefühle erlebt. Endlich zeigte der Löwe wieso er eigentlich der König der Tiere ist. Teamgeist, Kampf um jeden cm2 Boden Haseltstaudener Halle und schon schien sich ein Silberstreif am Horizont aufzutun. Leider hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und der kam nicht vom Buffet und servierte Eistee, sondern aus Gmunden. Immer wenn die Lions den Vorsprung einstellig machen wollten, gelang den Schwänen wieder ein Zauberkorb und weg war der Funken der Hoffnung. Simon's 5. Foul Anfang 4. Viertel war weder für Lukas Spielfreude, noch für unsere Scorermöglichkeiten und auch nicht für die Gesundung von Mladen's Fuß  förderlich. Und so schafften die Gmundner immer wieder, mehr als einen Schwanenschlag zwischen sich und die Löwen zu bringen. Der Sieg war schlussendlich mit 14 Punkten Differenz verdient. Die abschließenden Standing Ovations galten nicht nur den Siegern, sondern trösteten auch die Löwen.

 

LZ Vorarlberg - Gmunden Swans 76:90 (19:31, 40:55, 63:75)

 

Simon 31, Luka 24, Nick 13, Kevin 4, Mathias 2, Harald 2.

 

Mein Dank gilt neben den Spielern auch den vielen fleißigen Händen und fröhlichen Gesichtern, die geholfen haben dieses Final Four als bleibendes Ereignis für den Verein zu machen. Den Kommentaren glaubend, haben sich sogar einige Gäste bei uns Wohl gefühlt.



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